Feld- und Grubenbahn-Museum Fortuna


Nachdem am 4. Mrz 1983 auf der letzten hessischen Eisenerzgrube Fortuna bei Solms-Oberbiel die Förderung eingestellt werden mußte und die Rückbauarbeiten begannen, wurde am 9. Mai 1983 der Förderverein Besucherbergwerk Grube Fortuna gegründet. Ziel des Fördervereins war die Einrichtung eines Besucherbergwerks auf der Grube Fortuna.

Nach schwierigen Verhandlungen übernahm der Lahn-Dill-Kreis die Anlage als Betreiber und richtete eine untertägige Besucherstrecke ein. Am 17. Mai 1987 konnten die ersten Besucher in die Grube einfahren.

Das Hauptziel des Fördervereins war damit erfüllt. Nun begannen Überlegungen, wie man das Besucherbergwerk noch attraktiver gestalten könne. Es wurde die Idee geboren, auf dem Grubengelände ein Feld- und Grubenbahnmuseum einzurichten.

Im Laufe der Jahre wuchs der Fahrzeugbestand rapide an. Es entstand eine der interessantesten Sammlungen von 600 mm-Fahrzeugen Deutschlands. Mittlerweile sind 47 Lokomotiven mit Dampf-, Diesel-, Elektro- Akku- und Preßluftantrieb, mehr als 100 Wagen sowie einige Spezialgeräte vorhanden. Das Schwergewicht der Sammlung liegt bei den Grubenbahnfahrzeugen, daneben sind auch sehr zahlreiche Feldbahn- und einige Kleinbahnfahrzeuge vorhanden.

Im gleichen Maß wie die Anzahl der Fahrzeuge wuchs auch die Infrastruktur des Feld- und Grubenbahnmuseums. Inzwischen gibt es hier zwei große Fahrzeughallen, eine gut eingerichtete Werkstatt, eine Kleinbahn-Drehscheibe, eine Bekohlungsanlage und seit 1993 eine abwechslungsreiche Fahrstrecke für die Besucherzüge.

Im Einleitungskapitel des Museumsführers wird erklärt, was man unter Feld- und Grubenbahnen versteht und welche Fahrzeuge darauf eingesetzt werden. Dann folgen Kapitel über die Vereinsgeschichte und über die Anlagen des Feld- und Grubenbahnmuseums mit einem interessanten Lageplan.

Im Hauptteil des Buches werden sämtliche Lokomotiven und Wagen beschrieben, wobei die meisten Lokomotiven auf zwei Seiten mit Text sowie historischen und heutigen Fotos vorgestellt werden. Die Beschreibung der Wagen ist etwas knapper gehalten. Natürlich fehlen auch Tabellen mit Fabriknummern und den technischen Angaben nicht. Eingestreut sind mehrere Faksimiles aus alten Lokomotivprospekten verschiedener Hersteller. Auf die früher im Vereinsbesitz befindlichen Fahrzeuge, die später als Tauschobjekte dienten, wird leider nicht eingegangen, auch nicht in Form einer Tabelle.

Das Buch setzt als Museumsführer Maßstäbe angesichts der Aufmachung und der guten Druckqualität auf Kunstdruckpapier.

"Auf schmaler Spur am Bergwerk - Das Feld- und Grubenbahnmuseum Fortuna (FGF) in Solms-Oberbiel" von Rolf Georg unter Mitarbeit von Rolf Meyer, Karsten Porezag und Achim Schönberger. Wetzlar 1998. 200 Seiten 17 x 24 cm, gebunden, 226 Fotos, Tabellen und Lageplan. Bestellungen bei Rolf Meyer, Gartenstraße 10 a, 35789 Weilmünster. Preis: 29,80 DM

Andreas Christopher
 


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